Wir zogen nach Friaul
…so lautet der Buchtitel aus den 1920er Jahren über die Erlebnisse einer Kriegskameradschaft zwischen Isonzo und Piave von Helmut Schittenhelm.
Ebenso fühlten auch wir uns am vergangenen Wochenende, nachdem uns die Einladung von „Pro Loco Fogliano Redipuglia“ erreichte und wir uns auf den Weg nach Redipuglia (ehemaliges Kampfgebiet zwischen Italien und Österreich-Ungarn) in Italien machten.
Unsere
Gemeinschaft wurde freundlichst als „Detachment Stoccarda“ aufgenommen und
bestens untergebracht in Aquilea.
Zu unserem Detachment gehörten Teile der folgenden Einheiten:
Patrouillenführer S. vom Landesschützenregiment Nr. 2 Bozen,
Gefreiter Wolff vom Infanterie-Regiment (KuK) Nr. 91 aus Budweis,
Gefreiter B. von der Scharfschützenabteilung des XIII. AK aus Stuttgart,
Reservist F. vom Reserve-Infanterie Regiment Nr. 120 aus Ulm,
Sanitätsrätin B. vom Sanitätsdepot des XIII. AK
Das Detachment stand unter der Führung von Unteroffizier Z. vom 3./Pionier-Bataillon Nr. 21 aus Mainz-Kastel.
Am
Samstag erfolgte die Verlegung der Truppen per Eisenbahn nach Caporetto/ Kobarid
unter großer Begeisterung der Bevölkerung des Grenzgebietes. Nach Besuch im
dortigen Waffenarsenal und des Italienischen Ehrenfriedhofes erfolgte die
weitere Beförderung durch Truppentransporter zum deutschen Beinhaus.
Nach erfolgter Mittagsverpflegung ging der Transport per Eisenbahn weiter, auch hier wurden wir durch die Bevölkerung freudig begrüßt.
Nach Abschluß der Verlegung traf man sich noch zu einer gemeinsamen Besprechung, bevor man sich ermattet in die Unterkünfte zurückzog.
Am
nächsten Tag erfolgte der Alarmruf aus den Stellungen auf dem Plateau oberhalb
Redipuglia und wir begaben uns auf dem schnellsten Wege dorthin. In der
Reservestellung angekommen, ging unser Detachment auf Patrouillen- und
Postendienst.
Kurze Zeit später ging es nach vorne in die 1. Linie und wir lagen italienischen Truppen gegenüber, unter anderem „Bersaglieri“.
In unseren Stellungen verstärkten wir die Truppen des Bosnisch-Herzegowinischen Infanterie-Regimentes Nr. 1, Infanterie-Regiment (KuK) Nr. 97 und Infanterie-Regiment (KuK) Nr. 17.
Glücklicherweise fanden keine Kampfhandlungen statt und wir schlossen kurzerhand Waffenstillstand mit unseren Gegenübern.
Unter Absingen des Liedes „Der Gute Kamerad“ gedachten wir der Gefallenen auf beiden Seiten.
Aufgrund der hohen Authentizität und der guten Zusammenarbeit mit allen Truppen wurde unserem Unteroffizier, stellvertretend für das „Detachment Stoccarda“, die österreichisch-ungarische Verdienstmedaille in Silber verliehen.
Da sich die Lage weiterhin entspannte, wurden wir aus der Frontlinie herausgezogen und traten montags den Rücktransport in die Etappenstellungen an.
weitere Bilder, u.a. hier: http://www.ars-cartae.com/ir17/redmaj06/index.htm